Echtheit & Feingehalt

Gold prĂĽfen

Bevor du Gold kaufst oder verkaufst, musst du wissen: Ist es wirklich Gold? Und welchen Feingehalt hat es? Wir zeigen dir alle gängigen Testmethoden – von einfachen Hausmethoden bis hin zu professionellen Prüfgeräten.

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  • 4 Min. Lesezeit
  • Von Redaktion GeldverdienenMitGold

Warum ist das PrĂĽfen von Gold so wichtig?

Im Goldhandel – egal ob beim Kauf auf Flohmärkten, bei Pfandhausauktionen oder beim Ankauf von Privatpersonen – begegnest du immer wieder vergoldeten Stücken, Goldimitate oder falsch deklarierten Feingehalten. Wer hier nicht prüft, verliert schnell Geld.

Praxisbeispiel: Du kaufst auf einer Pfandhausauktion ein Schmuckstück, das als „750er Gold“ (18 Karat) ausgewiesen ist. Ohne Eigenprüfung kann es sein, dass es sich um vergoldetes Messing handelt. Eine Investition von 20–40 € in ein Prüfset spart dir schnell mehrfach mehr.

Punzen & Hallmarks richtig lesen

Der erste Schritt: Lies die aufgestempelten Punzen mit einer Lupe (10–30-fache Vergrößerung). In Deutschland und Europa findest du folgende Kennzeichnungen:

Punze / Stempel Feingehalt Karat Bedeutung
999 / 999,9 99,9 % 24 Karat Feingold (Barren, MĂĽnzen)
958 95,8 % 23 Karat Selten, eher antik
750 75,0 % 18 Karat Klassischer Schmuckgold
585 58,5 % 14 Karat Sehr verbreitet in DE
375 37,5 % 9 Karat GĂĽnstigerer Schmuck, GB-Standard
333 33,3 % 8 Karat Ehem. DDR-Standard
GF / GP / GE – – Gold Filled / Plated – kein Massivgold!

Testmethoden im Ăśberblick

PrĂĽfen

SichtprĂĽfung & Lupe

Punzen ablesen, Abriebstellen suchen, Farbe und Oberfläche beurteilen. Kosten: 10–30 €

⚗️

Säuretest

Preiswert und zuverlässig für grobe Karat-Bestimmung. Kosten: 15–40 €

⚡

Elektronischer Goldtester

Schnell, zerstörungsfrei, gut für häufige Tests. Kosten: 50–250 €

Waage

Dichte-/Wasserverdrängung

Sehr genau, erfordert Feinwaage. Gut für Barren und Münzen. Kosten: 30–80 €

Der Säuretest – so funktioniert er

Der Säuretest ist die klassische Methode im Goldhandel. Du benötigst einen Prüfstein (Schiefer) und Prüfsäuren in verschiedenen Stärken (für 8, 14, 18 und 22 Karat).

  1. PrĂĽfstrich auf dem PrĂĽfstein ziehen

    Das Goldstück wird kräftig über den schwarzen Prüfstein gestrichen, sodass ein deutlicher Abriebstreifen entsteht.

  2. Prüfsäure auftropfen

    Beginne mit der schwächsten Säure (8 Karat) und steigere dich. Tröpfle die Säure auf den Streifen.

  3. Reaktion beobachten

    Löst sich der Streifen auf → kein Gold oder niedrigerer Karat. Bleibt er bestehen → Feingehalt ist mind. so hoch wie die Säure testet.

  4. Stein neutralisieren und reinigen

    Nach dem Test Säurereste mit Wasser abspülen. Sicherheitshandschuhe tragen!

Sicherheitshinweis: Prüfsäuren sind Chemikalien. Immer Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen. Von Kindern fernhalten. Nicht in der Nähe von Augen, Mund oder Wunden anwenden.

Elektronische Goldtester

Elektronische Goldtester messen die elektrische Leitfähigkeit des Metalls und schließen daraus auf den Feingehalt. Sie sind schnell, sauber und zerstörungsfrei – ideal für regelmäßige Prüfungen.

âś… Vorteile

  • Keine Chemikalien nötig
  • Schnelle Ergebnisse (Sekunden)
  • Auch fĂĽr Laien bedienbar
  • Wiederholbar und konsistent
  • Kein Materialverlust

❌ Einschränkungen

  • Weniger präzise als Säuretest
  • Kann durch Beschichtungen getäuscht werden
  • Höhere Anschaffungskosten
  • Batteriebetrieb / Wartung
  • Kalibrierung nötig

Feinwaage & Dichte-Methode

Die Dichtemethode ist eine sehr zuverlässige Methode, um Fälschungen aufzudecken. Gold hat eine Dichte von 19,3 g/cm³ – deutlich höher als die meisten anderen Metalle. Du benötigst:

  • Eine Feinwaage mit mindestens 0,01g Genauigkeit
  • Ein Gefäß mit Wasser
  • Eine einfache Formel: Dichte = Gewicht in Luft / (Gewicht in Luft – Gewicht in Wasser)

Liegt die Dichte eines StĂĽcks deutlich unter 18 g/cmÂł, ist es wahrscheinlich kein Massivgold.

Empfohlene Prüfsets und Geräte

Häufige Fragen (FAQ)

Erste Anzeichen: kein Stempel oder merkwürdige Punzen, ungewöhnlich leichtes Gewicht, Grünfärbung auf der Haut (Kupfer), starker Preisabstand. Immer mit Lupe, Feinwaage und Prüfset gegenprüfen.

Gold ist nicht magnetisch. Reagiert ein Stück auf einen Magneten, enthält es Eisenbestandteile – es ist kein Massivgold. Achtung: Nicht jedes nicht-magnetische Metall ist Gold. Messing oder Kupfer reagieren ebenfalls nicht auf Magnete.

„Vergoldet“ (GP = Gold Plated) bedeutet, dass nur eine dünne Goldschicht auf einem anderen Metall aufgebracht ist. Der Materialwert ist minimal. „Gold Filled“ (GF) hat eine dickere Goldschicht, ist aber ebenfalls kein Massivgold. Diese Stücke haben keinen nennenswerten Goldwert.

Für den Einstieg empfiehlt sich ein klassisches Säuretest-Set (ab ca. 20 €) mit Prüfstein und Säuren für 8, 14 und 18 Karat. Kombiniert mit einer einfachen Feinwaage (ab 15 €) und einer Lupe hast du eine solide Grundausstattung für unter 50 €.

Rechtlicher Hinweis: Die Inhalte dieser Website dienen ausschließlich zur allgemeinen Information und Bildung. Sie stellen keine Anlageberatung, Finanzberatung oder Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Wertanlagen dar. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Für individuelle Beratung wende dich bitte an einen zugelassenen Finanzberater.